Am letzten Wochenende nahmen nach den Westfalenmeisterschaften Teil I fünf weitere Athleten des TV Jahn Rheine an den Westfalenmeisterschaften Teil II und III teil. Dabei zeigte sich erneut, wie dicht Erfolg und Nichterfolg beieinanderliegen können. Am Samstag, den 31.01. mussten zunächst die jüngeren Athleten antreten. Für Anni Janssen (W14) und Frieda Fischer (W15) bedeuteten die Westfalenmeisterschaften die erste Teilnahme an einer großen Meisterschaft. Entsprechend groß war ihre Erwartungshaltung und ihre Nervosität, ein Umstand, der bei den beiden jungen Athletinnen leider nicht zu den zuvor erbrachten Leistungen führte. Janssen war im Weitsprung aufgrund ihrer Meldeleistung von 5,01 m klar im erweiterten Favoritenkreis einzuordnen. Im Einspringen zeigte sie gute Sprünge. Mit Beginn des Wettkampfes lief sie aber verhaltener an, so dass sie in den ersten beiden Versuchen weit (75 cm und 50 cm) vor dem Absprungbalken absprang und mit 4,27 m und 4,42 m zwar Sprünge an und um die 5 m zeigte, aber sich im Angesicht des starken Feldes damit nicht für das Finale der besten Acht qualifizieren konnte. Im dritten Versuch tat sie dann mehr im Anlauf, trat aber leider über und konnte sich nicht für das Finale qualifizieren. Entsprechend groß war die Enttäuschung über einen elften Rang, die man ihr verständlicherweise deutlich ansah.
Ebenfalls enttäuscht zeigte sich Friede Fischer im 60 m- Hürdenlauf. Ihre größte Sorge war, dass sie nicht passend zur ersten Hürde kommen würde. Mit dem Startschuss kam sie gut aus dem Block und lief die erste Hürde sehr gut an. Doch dann wurden die Athletinnen wegen eines vermeintlichen Fehlstarts zurückgeschossen und die Athletin direkt neben Fischer disqualifiziert. Dies verunsicherte Fischer so sehr, dass sie dann den zweiten Start total verpasste und deutlich hinter dem Feld herlief. Zwar kämpfte sie sich noch etwas an das Feld heran, aber der zuvor entstandene Vorsprung war für Fischer nicht mehr einholbar. In 10,99 s erreichte Fischer abschließend Platz achtundzwanzig. Das Ganze war umso trauriger für Fischer, da sich im Nachhinein herausstellte, dass es sich nicht um einen Fehlstart gehandelt hatte und die betroffene Athletin den Lauf alleine nachholen durfte.
Am zweiten Tag ging es dann glücklicherweise mit positiven Überraschungen weiter. Die Klinge-Zwillinge Debora und Shania traten im 200 m-Sprint der Frauen an. Nach den vielen Sprintbestleistungen der letzten Wochen zeigten sie sich auch weiterhin in guter Form. Shania konnte sich in der neuen Bestleistung von 30,46 s einen guten fünfzehnten Platz sichern. Ihre Schwester Debora legte noch eins drauf und konnte sich in der neuen Bestleistung von 28,71 s für das Finale der Besten zwölf qualifizieren. Im vorgezogenen Finale (nur 45 min Regenerationszeit) lief Debora dann nochmals sehr gute 28,75 s und sicherte sich damit einen vorher nicht zu erwartenden tollen zwölften Platz.
Als letzte trat Sanja Terkuhlen (Frauen) in ihrer Lieblingsdisziplin, dem Hochsprung, an. Trotz studienbedingtem Trainingsrückstand wollte sie eigentlich die 1,60 m angreifen. Doch in der Nacht zuvor stellten sich bei ihr Erkältungssymptome und Kopfschmerzen ein. Bereits beim Aufwärmen merkte man Terkuhlen an, dass sich alles etwas komisch anfühle. Ihre Anfangshöhe von 1,49 m übersprang sie noch sicher. Bei 1,53 m schlichen sich jedoch kleine Timing- und Technikfehler ein, die dazu führten, dass sie dreimal hintereinander unglücklich riss. An dieser Stelle merkte man ihr an, dass ihr seit November rund 100-200 Trainingssprünge fehlten. Enttäuscht musste sich Terkuhlen mit Rang neun zufriedengeben. Da half dann auch nicht der Trost, dass Terkuhlen nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Titelanwärterin Johanna Ide die erfolgreichste Teilnehmerin des TV Jahn Rheine (Platz fünf im Dreisprung und Platz neun im Hochsprung) bei diesen Meisterschaften war.
Abgesehen von den Platzierungen und krankheitsbedingten Absagen und Leistungseinbrüchen war Trainer Martin Lange trotzdem mit den gesehenen Leistungen zufrieden. Dass die jüngeren Athleten nicht so gut abschnitten, führt er auf ihre Nervosität und Unerfahrenheit sowie unglückliche Umstände zurück. Die gezeigten Sprünge bei Janssen weisen deutlich darauf hin, dass sie, wenn sie passend ans Brett kommt, um eine Medaille mitspringen kann. Auch Fischer kann bei einem guten Start deutlich schneller laufen und einige Plätze gutmachen, zumal sie bereits jetzt eine recht gute Hürdentechnik besitzt und es ihr gelingt, alle Hürden flüssig und zügig im Dreierrhythmus zu überlaufen. Terkuhlen hatte sich im Dreisprung blendend verkauft und Shania und Deborah Klinge warteten erneut mit Bestleistungen auf und platzierten sich für ihre Verhältnisse sehr gut. Alle Sportler wollen es am kommenden Wochenende bei den Hallen-Kreismeisterschaften in Ibbenbüren noch mal besser machen und zeigen, dass noch mehr geht, als bei den Westfalenmeisterschaften.